Das Abitur. Wie eine unüberwindbare Mauer baut sich der Berg aus Ordnern, Zusammenfassungen und Lernzetteln vor einem auf und scheint einen erdrücken zu wollen. Verweiflung, Heulanfälle, ohne Schoki geht gar nichts. Steckt man jedoch mitten drin, merkt man, so schlimm ist es ja eigentlich nicht...
Die erste Klausur war schrecklich. Vollkommen alleingelassen saß ich zu Hause und steigerte mich regelrecht in die schlimmsten Fantasien, was alles schief gehen könnte. Ich kontrollierte dreimal den Ölstand beim Polo und nahm letzendlich doch den Corsa, um nicht liegen zu bleiben. Ich wachte in der Nacht alle halbe Stunde auf, um zu kontrollieren, ob der Wecker auch tatsächlich richtig gestellt war. Ich stand viel zu früh auf, um auch ja noch genug Zeit zu haben, mir ein gut ausgestattetes Care-Package zu schnüren. Und kam natürlich viel zu früh in den Raum gestürmt, wo auch schon alle saßen und sich gegenseitig noch mehr in Panik versetzten. Dann kam der Schulleiter mit den Vorschlägen. Der Puls rast. Man las sich die Texte durch, versuchte sich zu entscheiden. Man gab einen Vorschlag ab ("hab ich mich auch wirklich richtig entschieden??"). Man fängt an zu arbeiten und irgendwann... vergisst man, dass man eigentlich im Abitur sitzt. Es ist wirklich einfach nur eine Klausur, wie man sie schon oft geschrieben hat. Dass die Aufgaben nicht der Lehrer gestellt hat und dass in ganz Niedersachsen alle diese Klausur schreiben und dass sie unheimlich wichtig für meinen Schnitt, meine Studienzulassung, meine Zukunft ist... blendet man vollkommen aus.
Inzwischen habe ich nur noch eine schriftliche Klausur vor mir und es geht mir doch ziemlich gut. Ich habe mich seit bestimmt zwei Wochen nicht mehr geschminkt, renne nur noch in der Trainigshose herum und esse Tonnen von Nüssen und Schokolade - eine tötliche Mischung (für Panik und meine Bikini-Figur...). Und all das darf ich auch wirklich einfach tun, weil ich ja Abitur schreibe. Zur Klausur komme ich wie oben beschrieben ungeschminkt und mit einem Kissen unterm Arm (nach sechs Stunden auf Holzstühlen tut der Hintern ziemlich weh), sodass es wohl eher so aussieht, als wolle ich zu einer Pyjama-Party und nicht meine Zukunft entscheiden.
Eine etwas andere Sache ist da jedoch die mündliche Prüfung, die ja auch noch ansteht... Aber darüber werde ich mir jetzt erstmal nicht den Kopf zerbrechen, sondern gelassen in meine letzte Prüfung gehen und die panikfreie Zeit noch etwas genießen... Hilfe!
Dienstag, 1. Mai 2012
Dienstag, 17. April 2012
Das verteufelte Geschlecht - eine Antwort
Neulich fiel mir der vor Kurzem in der „Zeit“ erschienene
Artikel „Das Verteufelte Geschlecht“, von Christoph Kucklick ins Auge. Aus
folgendem Studieren und Reflektieren der Aussagen besagten Essays ergab sich
Zustimmung, aber auch Unverständnis. Kucklick nennt einige, in meinen Augen
durchaus richtige und stimmige Dinge, besonders sein abschließendes Fazit, wir
sollten Geschlechter nicht mehr mit Etiketten versehen gefällt mir sehr. Seine
Hauptthese allerdings, Männlichkeit diene als „Kurzformel für Missstände aller
Art“, konnte ich im Grunde gar nicht nachvollziehen. Ich begann sogar zu
zweifeln, dass der Autor von derselben Gesellschaft spricht, die auch ich
tagtäglich erlebe.
Kucklick nennt zunächst einige Stimmen, die Männlichkeit als
Ursache der Wirtschaftskrise darstellen und bemüht sich diese zu wiederlegen,
da ihm nach, eine von Frauen geführte Wirtschaft ebenfalls in die Krise geraten
wäre. Ich denke auch nicht, dass Frauen es besser gemacht hätte als Männer,
jedoch können wir das nicht wissen, denn Männer dominieren nun einmal in
Wirtschaft und Politik. Frauen als Allheilmittel darzustellen ist sicherlich
nicht richtig, aber wie wäre es denn, wenn wir aufhörten sie wegen ihrer
Fähigkeit schwanger zu werden nicht in Führungspositionen zu lassen und einfach
mal ausprobieren, ob eine ebenmäßige Balance von Männlichkeit und Weiblichkeit
sich nicht vielleicht positiv auf die Wirtschaft auswirkt?
Trotz der stichhaltigen Argumentationsweise Kucklicks, geht
er, so denke ich, an manchen Stellen zu weit. So zum Beispiel beim Anführen des
Falles Dominique Strauss-Kahn, der beschuldigt wurde eine Hotelangestellte
vergewaltigt zu haben. Der Autor scheint hier nicht nachvollziehen zu können
wie zunächst davon ausgegangen werden konnte, Strauss-Kahn habe das Mädchen
tatsächlich vergewaltigt und nicht, dass alles eine Lüge sei. Ich hingegen
begrüße diese Vorgehensweise und halte sie sogar für notwendig, denn eine
Vergewaltigung ist wohl mit das Grässlichste,
was man einem Mädchen antun kann und wenn sie nun Scham und Schande überwindet
und zur Polizei geht, ist das Schlimmste was ihr passieren kann, dass ihr nicht
geglaubt wird. Insofern finde ich es durchaus vertretbar, im ersten Moment von
der Schuld des Angeklagten auszugehen und das eventuelle Leiden seiner Reputation
in Kauf zu nehmen. Und außerdem ist im Fall Strauss-Kahn seine Unschuld nicht
bewiesen worden. Die Einstellung des Verfahrens wegen Unglaubwürdigkeit des
Mädchens ist kein Freispruch für ihn!
Es mag an meinem Unverständnis liegen, aber streckenweise
klingt Kucklicks Essay für mich zickig und eingeschnappt: „»Schwarze sind
Tiere. « Oh nein – aber wenn es sich um schwarze Männer handelt, dann ist es
vielleicht doch sagbar.“ Auf die Frage „Ach das ist jetzt aber maßlos
übertrieben?“ würde ich laut „JA!“ schreien. Ich kann beim besten Willen nicht
sehen, wo genau von 1800 bis heute man ein negatives Männerbild entdecken kann.
Vor allem nicht verglichen zur Frau, die 1919 erst das Wahlrecht erlangte und
der bis heute nicht unbedingt die gleichen Chancen wie dem Mann zugestanden
werden. Das Frauenbild wurde, so Kucklick „inzwischen einer gründlichen
Renovierung unterzogen“ jedoch sei „uns ähnliche Aufhellung des Männerbildes
misslungen“. Das kann durchaus sein, weil es auch nicht nötig war.
Viele der Quellen, die Kucklick heranzieht, um den Beginn
der Verteufelung des Männlichen zu untermauern, sind unglaublich pauschal und
haben doch auch nichts an der Dominanz und Überlegenheit des Mannes gegenüber
der Frau in der Geschichte geändert. Und das Kommando „Frauen und Kinder
zuerst“ stützt sich wohl eher darauf, Schwächeren die Hilfe zu geben, die sie
brauchen, als sie Männern zu verwehren.
Weiterhin führt Kucklick Homosexualität bei Männern an und
stellt sie als scheinbar „unerträgliche Bedrohung“ wegen der geradezu doppelten
teuflischen Männlichkeit dar. Als Bedrohung werden Schwule tatsächlich
wahrgenommen. Aber meinem Empfinden nach eher von den Männern selbst, und zwar
als Bedrohung für die Männlichkeit, denn nichts scheint für sie schlimmer als
unmännlich zu erscheinen.
Außerdem spricht Kucklick verschiedene Klischees über
angeblich geschlechtsspezifische Fähigkeiten an, unter anderem auch die Mathematischen.
Dieser Abschnitt gefällt mir sehr, habe mich doch über alle Maße geärgert,
Mathe nicht als Prüfungsfach gewählt zu haben, zumal ich in der Oberstufe
ausschließlich 14 und 15 Punkte in diesem Fach bekam. Ich habe keine Ahnung,
warum ich Mathe nicht gewählt habe, denn ich war noch nie schlecht in Mathe, im
Gegenteil. Zunehmend denke ich, es könnte daran liegen, dass Mädchen vermittelt
wird, sie können es einfach nicht. Der Grund ist, ich habe mich nicht getraut,
wobei sehr viele Jungen (vielleicht auch Mädchen) Mathe nehmen, die hier nicht
so gut sind wie ich. Darum stimme ich Klucklick zu, wenn er sagt, es sei sehr
wichtig, endlich von blöden Rollenklischees abzusehen und jedem seine
Fähigkeiten zuzugestehen, egal ob männlich oder weiblich, denn, so Klucklick, „Geschlechterverhalten
entsteht nicht durch Hormone, es entsteht durch Worte.“ Wie Wahr.
Was ich jedoch stark anzweifeln möchte ist, dass Männer in
der Justiz, in Sachen Strafvollzug, gegenüber Frauen benachteiligt werden. Laut
der Justizvollzugsanstalt Vechta sitzen dort mehr Männer als Frauen, was aber
einfach daran liegt, dass mehr Männer straffällig werden. Die Situation eines
Ehestreits, den Kucklick skizziert, bei dem der Mann von der Polizei mitgenommen
wird, finde ich, wie den Fall Dominique Strauss-Kahn, voll und ganz
nachvollziehbar, da der Mann der Frau nun einmal körperlich überlegen ist und
ihr somit in einer gewaltsamen Auseinandersetzung mehr Schaden zufügen kann als
sie ihm. Dass „»Männer in einem nicht unerheblichen Maße« Opfer häuslicher
Gewalt sind […]«“ kann durchaus sein, allerdings denke ich wohl nicht, dass die
Zahl der Männer, die von ihren Frauen geschlagen werden, an die der Gewalt von
männlicher Seite gegenüber ihrer Frauen heranreicht.
Ein weiterer Punkt in dem ich Kucklick widerspreche, ist,
dass Jungen „ein deutlich engeres geschlechtsspezifisches Geschlechtskorsett“
angelegt wird als Mädchen. An beide werden bestimmte Erwartungen gestellt.
Fällt ein Junge hin, wird von ihm erwartet aufzustehen und weiterzulaufen.
Fällt ein Mädchen hin, kommt Mami sofort angelaufen und das Mädchen hat besser
noch ein rosa Kleidchen an und fängt an zu weinen. Das Bild eines Mädchens als „Spielplatzrabauken“
wie Kucklick es als erwünscht darstellt, ist da eher skandalös, sollten Mädchen
sich doch in Zurückhaltung und Bescheidenheit üben.
Fluchen meine Brüder wird darüber hinweggesehen, fluche ich,
bekomme ich Rügen von allen Seiten. Ähnlich verhält es sich mit Rülpsen. Darum werden
kleine Mädchen auch in süße aber völlig unpraktische Kleidchen gesteckt, mit
drei kriegen sie Ohrringe und die Haare müssen natürlich lang sein, so können
sie gar nicht erst zu „Spielplatzrabauken" avancieren.
Abschließend möchte ich Kucklick noch einmal unterstützen,
nämlich bei der Forderung einer Frauenquote, die in meinen Augen sehr viel
erreichen könnte. Zum Beispiel könnte sie helfen, gegen den demographischen
Wandel vorzugehen. Wenn Frauen sich nämlich sicher sein könnten, dass sie
Mutter sein können ohne ihr Karriere zu opfern, gäbe es vielleicht auch mehr
Kinder in Familien mit einem gehobenen Bildungsstandard.
Bis wir dort sind werde ich Kucklicks Rat befolgen und über
unsinnige Geschlechterklischees einfach lachen.
http://www.zeit.de/2012/16/DOS-Maenner/seite-1
Mittwoch, 4. April 2012
Hello gorgeous...
It's an addiction. Walking through Celle I found these beautiful shoes that were on sale, so I couldn't resist and bought them even though I can't think of any occasion I could wear them on. So why did I buy them? What is it with shoes that gets me and the majority of women so fascinated?
A good explanation gives the film "In her shoes". I can totally support Rose's point that states shoes simply fit. When going shopping you torture yourself with trying all sorts of dresses and trousers and stuff that looks weird on you or makes you look fat. Nothing fits. But when it comes to shoes, they won't disappoint you. They simply fit.
But who did disappoint me, was my orthopaedist who damned me to wear special insoles. Doing this he basically took away from me the chance to just go into any store that sells shoes and buy those I like. So probably the reason I did buy them nice heels is frustration and defiance.
But still: They are gorgeous aren't they? ;)
A good explanation gives the film "In her shoes". I can totally support Rose's point that states shoes simply fit. When going shopping you torture yourself with trying all sorts of dresses and trousers and stuff that looks weird on you or makes you look fat. Nothing fits. But when it comes to shoes, they won't disappoint you. They simply fit.
But who did disappoint me, was my orthopaedist who damned me to wear special insoles. Doing this he basically took away from me the chance to just go into any store that sells shoes and buy those I like. So probably the reason I did buy them nice heels is frustration and defiance.
But still: They are gorgeous aren't they? ;)
Montag, 2. April 2012
Smile
Zurück von einem wundervollen Wochenende an der Ostsee. Sonne und Strand genossen, Wismar angesehen, Unmengen Sekt getrunken, gechillt. Klingt nach einem wirklich guten Trip, doch was ich außer Sommersprossen und Erholung auch noch mitgenommen habe, ist die quälende Frage: Warum sind so viele Kellner/Verkäufer etc. in Meck-Pom so unfreundlich?
Als ich sechs Monate in England verbrachte, war ich anfangs unglaublich verwundert darüber, wie höflich und nett dort die große Mehrheit der Menschen ist. Verkäuferinnen fragen einen strahlend, ob sie einem helfen können, spricht man jemanden auf der Straße an und fragt nach dem Weg oder der Uhrzeit wird man sofort freundlich hierüber informiert und auch noch Sweatheart oder Honey genannt, sitzt man im Zug entwickelt die Person gegenüber sofort ein herzliches Gespräch und betont wie sehr sie doch die Ohrringe mag, die man trägt. Manchen mögen diese Nettigkeiten oberflächlich vorkommen, doch bewirken sie allesamt, dass man sich freut und somit auch viel eher selbst nett zu anderen Menschen ist.
Die Mecklemburgischen Kellner, die mir an diesem Wochenende begegnet sind, kennen dieses Phänomen offenbar nicht. Da hilft wohl nur drüber hinwegsehen, sich nicht die Laune verderben lassen und öfter mal nach England fahren...
Als ich sechs Monate in England verbrachte, war ich anfangs unglaublich verwundert darüber, wie höflich und nett dort die große Mehrheit der Menschen ist. Verkäuferinnen fragen einen strahlend, ob sie einem helfen können, spricht man jemanden auf der Straße an und fragt nach dem Weg oder der Uhrzeit wird man sofort freundlich hierüber informiert und auch noch Sweatheart oder Honey genannt, sitzt man im Zug entwickelt die Person gegenüber sofort ein herzliches Gespräch und betont wie sehr sie doch die Ohrringe mag, die man trägt. Manchen mögen diese Nettigkeiten oberflächlich vorkommen, doch bewirken sie allesamt, dass man sich freut und somit auch viel eher selbst nett zu anderen Menschen ist.
Die Mecklemburgischen Kellner, die mir an diesem Wochenende begegnet sind, kennen dieses Phänomen offenbar nicht. Da hilft wohl nur drüber hinwegsehen, sich nicht die Laune verderben lassen und öfter mal nach England fahren...
Sonntag, 18. März 2012
Das gibt Ärger
Theoretisch stehe ich nicht auf die
Standard-Hollywood-Produktionen. Das immer gleiche Thema mit immer gleichen
Schauspielern durchzukauen, muss doch einfach irgendwann langweilig werden.
Praktisch gesehen ist es aber schon entspannend sich auch mal leichte, oberflächliche Kost reinzuziehen. Hier mag nämlich zwar die
Frage nach dem Sinn und Wert unbeantwortet bleiben, der Spaß-Faktor ist jedoch
garantiert.
Wenn man also mal von der Thematik absieht (komplizierte
Dreiecksbeziehung) ist „Das gibt Ärger“ ein wirklich unterhaltsamer Film. Mit
Aussagen wie „Frauenrechtlerinnen haben nicht tausende von Jahren gekämpft
damit du jetzt hier die prüde Zicke spielen kannst“ für Feministen, mit Happy
End für Romantiker, mit viel Explosion und Geballer für Action Fans, mit Chris
Pine als aalglatter und Tom Hardy als aufgepumpter Agent für die Ästhetik und
natürlich mit dem deutschen Klischee Bösewicht (Til Schweiger) und seinem
russischen Komplizen.
Für jeden, der gerade nicht allzu hohe Ansprüche an den
kulturellen Wert eines Films hat: Perfekt!
Sonntag, 11. März 2012
Afghanistan 2.0
Ein amerikanischer Soldat hat in Afghanistan 16 Zivilisten
getötet. Er habe einen Nervenzusammenbruch gehabt und sei in der Nacht dann
losgezogen, um ein Blutbad anzurichten erzählte mir mein Autoradio heute
Mittag.
In vielen
Portalen oder auf Seiten von Tageszeitungen werden jetzt die USA verteufelt. Es
fallen Schlagwörter wie Vietnam oder Guantanamo. Dies sind unbestritten
Begriffe, die man mit unglaublichen Gräueltaten verbindet und die tiefe Risse
in das „shining image“ der USA geritzt haben, aber sind sie vergleichbar mit
einem Amoklauf eines einfachen gestörten Soldaten, im Zuge eines aussichtslosen
Einsatzes in einem unterentwickeltem Land?
Was die USA in Afghanistan überhaupt zu suchen haben ist mir
jedenfalls unklar und dass der Kampf gegen die Taliban (und die eigenen Waffen,
die einst die Sowjets bekämpfen sollten) ohne erkennbare Erfolge durchaus
Parallelen zum hilflosen Gemetzel gegen die Vietkong aufweist, finde ich auch.
Dieser Mord an den Afghanischen Frauen und Männern hingegen, war, denke ich,
keineswegs strategisch geplant und wird von der Isaf auch zutiefst bedauert, da
sie so etwas nun gerade gar nicht gebrauchen konnten, haben sie sich doch schon
genug wegen der verbrannten Koranteile rechtfertigen müssen. Wie erklärt man
der Welt denn jetzt bitte noch 16 tote Zivilisten?
Der Amoklauf des Soldaten zeugt sicherlich von einer tiefen
psychischen Störung, vermutlich aufgrund eines schweren Traumas. Diese sind aber
im Krieg nicht allzu selten, darum würde ich behaupten der grausame Ausraster
hat weniger etwas damit zu tun, dass dieser Mann Amerikaner ist, sondern
vielmehr damit, dass Krieg einen Dinge sehen lässt die einen unter Umständen
durchdrehen lassen.
Dennoch könnte ich mir vorstellen, dass so ein Ausraster,
der viele Menschenleben gekostet hat, weniger wahrscheinlich in einem Einsatz
auftreten würde, bei dem das Ziel und der Prozess hierhin ein wenig besser nachvollziehbar sind.
http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-03/afghanistan-us-soldat-gewalt
Donnerstag, 1. März 2012
Acta
Neulich lief ich durch Hannover und mir kamen junge Leute
entgegen, die Masken trugen, und zwar solche wie aus V wie Vendetta. Huch?! Was
ist denn da los? Fix gegoogelt und schon bin ich schlauer: es geht um ACTA.
Was ist das eigentlich?
Die Abkürzung steht für „Anti-Counterfeiting Trade Agreement“.
Es geht also um ein internationales Anti-Piraterie-Abkommen, über das schon
seit 2007 im Geheimen Diskutiert wird. Mysteriös…
Grundsätzlich sehe ich ein, dass der Staat sich in seiner
Rolle zwischen ermöglichen und schützen auf einer stetigen Gradwanderung
zwischen Demokratie und Zensur befindet. Ich finde es durchaus schwierig und
mir ist bewusst, dass es eine harte Aufgabe ist abzuwägen wann ein Eingreifen
notwendig ist. Kinderpornographie zum Beispiel ist in meinen Augen ein
unglaublich schweres und anwiderndes Verbrechen, gibt es also dem Staat das
Recht zur Zensur?
Jedes Mal, wenn ich mir einen Film angucke, wo vorher potentiellen
Raubkopieren mit fünf Jahren
Freiheitsentzug gedroht wird werde ich unglaublich aggressiv, denn wie kann es
bitte sein, dass jemand der den fetten, millionenschweren Plattenbossen und
Produktionsfirmen auf die Füße tritt für fünf Jahre weggesperrt wird, während
ein Vergewaltiger, der gerade ein Leben zerstört und einen Menschen gebrochen
hat nur lächerliche drei Jahre bekommt??? Eigentlich ein Grund Jura zu studieren oder in
die Politik zu gehen, aber egal, jetzt kommen die besagten Produktionsfirmen auch
noch an und wollen allen Ernstes unsere Freiheit im Internet einschränken?!
Ich möchte ausdrücklich sagen, mir ist klar, dass
Urheberrechte wichtig sind und geschützt werden sollten, aber ich denke worum
es hier in erster Linie geht ist Kapital und Gier von Seiten der Musik und
Filmlobby.
Was mich aber am meisten wundert ist: Wenn Acta tatsächlich
so harmlos ist, warum wurde dann solange unter Ausschluss der Öffentlichkeit
darüber diskutiert?
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